Wohnwintergarten: Kosten, Ablauf & Fachbetriebe
Ein Wohnwintergarten ist ein beheizter, gedämmter Glasanbau, den Sie das ganze Jahr wie ein Zimmer nutzen. Bei deutschen Anbietern liegt der Richtwert bei etwa 2.500 bis 4.000 €/m², für 20 m² also bei rund 50.000 bis 80.000 €.
Ob Sie Wohnwintergarten, Warmwintergarten oder beheizter Wintergarten sagen: Gemeint ist derselbe Bautyp. Er erweitert Ihr Haus um einen echten Wohnraum, zum Beispiel einen Essplatz mit Blick in den Garten, eine Leseecke oder einen Arbeitsplatz.
Damit der Raum auch im Januar behaglich bleibt, müssen mehrere Bauteile zusammenpassen: Profile mit Dämmsteg (thermisch getrennt), Isolierglas in Dach und Wänden, eine gedämmte Bodenplatte, eine richtige Heizung sowie Lüftung und Beschattung. Fehlt eines davon, bleibt es ein Kaltwintergarten, auch wenn ein Heizgerät darin steht.
Weil der Wohnwintergarten als Aufenthaltsraum gilt, muss er die Anforderungen an den Wärmeschutz aus dem Gebäudeenergierecht erfüllen. Die Freistellungen der Landesbauordnungen gelten in der Regel nur für unbeheizte Wintergärten. Rechnen Sie deshalb mit einem Bauantrag.
Was kostet wohnwintergarten?
Richtwerte inkl. Montage, ohne Fundament und Genehmigungskosten, sofern nicht anders angegeben. Die tatsächlichen Kosten hängen von Größe, Glas, Material, Ausstattung und Region ab. Eine verbindliche Aussage liefert nur ein Angebot nach Aufmaß.
| Ausführung | Richtpreis |
| Wohnwintergarten, beheizt, pro Quadratmeter | 2.500–4.000 €/m² |
| Beispiel: Wohnwintergarten mit 20 m² | 50.000–80.000 € |
So läuft wohnwintergarten typischerweise ab
- Beratung zur Nutzung: Wie oft und wofür wollen Sie den Raum nutzen? Danach richten sich Verglasung, Heizung und Beschattung.
- Aufmaß vor Ort mit Prüfung von Hauswand, Untergrund und Anschluss an den bestehenden Wohnraum.
- Planung mit Statik und Wärmeschutznachweis als Grundlage für den Bauantrag.
- Bauantrag bei der zuständigen Behörde, meist im vereinfachten Verfahren.
- Gedämmte, frostfrei gegründete Bodenplatte, auf Wunsch mit Fußbodenheizung.
- Montage der thermisch getrennten Konstruktion, Verglasung und gedämmter Anschluss ans Haus. Danach Heizung, Lüftung und Beschattung.
- Abnahme mit Protokoll. Erst danach wird die Restzahlung fällig.
Welches Material passt?
Bei einem Wohnwintergarten müssen Statik, Wärmeschutz und Bauantrag zusammenpassen. Wenn ein Bauteil nicht stimmt, zeigt sich das als Kondenswasser am Rahmen, hohe Heizkosten oder Hitze im Sommer. Ein Fachbetrieb erstellt die Unterlagen für den Antrag nach dem Aufmaß, wählt Profile und Glas passend zu Ihrer Nutzung und plant Heizung, Lüftung und Beschattung von Anfang an mit.
Brauche ich für einen Wohnwintergarten eine Baugenehmigung?
In aller Regel ja. Die Freigrenzen der Landesbauordnungen gelten meist nur für unbeheizte Wintergärten. In Nordrhein-Westfalen etwa bleibt ein beheizter Wohnwintergarten genehmigungspflichtig, in Niedersachsen läuft er über das vereinfachte Verfahren. Die Regeln je Bundesland erklärt unser Ratgeber zur Baugenehmigung.
Welche Heizung eignet sich für den Wohnwintergarten?
Eine einzige richtige Lösung gibt es nicht. Für einen Raum, der täglich genutzt wird, ist eine Fußbodenheizung zusammen mit Heizkörpern oder Konvektoren vor der Glasfront sehr behaglich. Heizkörper bieten sich an, wenn der Wintergarten an die Zentralheizung angeschlossen werden kann. Gibt es keinen Wasseranschluss, ist eine Infrarotheizung eine einfache Lösung. Möglich ist auch eine Wärmepumpe.
Wird es im Sommer zu heiß?
Ohne Schutz ja, denn Glas lässt viel Sonnenwärme herein. Dagegen helfen eine Beschattung außen auf dem Dach und Lüftungsöffnungen oben im Dach, durch die warme Luft abziehen kann.
Zählt der Wohnwintergarten zur Wohnfläche?
Ein beheizter Wintergarten wird bei der Wohnfläche anders angerechnet als ein unbeheizter. Das kann bei Vermietung, Verkauf und Versicherung eine Rolle spielen. Lassen Sie sich die Anrechnung im Einzelfall bestätigen.
2-fach- oder 3-fach-Isolierglas?
2-fach-Isolierglas reicht für viele Projekte. 3-fach-Glas dämmt besser und senkt die Heizkosten, kostet aber mehr und ist schwerer. Wer den Raum täglich nutzt und viel Glasfläche hat, sollte beide Varianten im Angebot vergleichen.
Kann man einen Kaltwintergarten zum Wohnwintergarten umbauen?
Meist nur mit großem Aufwand. Profile ohne Dämmsteg, einfaches Glas und ein ungedämmter Boden lassen sich nicht einfach nachrüsten. Planen Sie die gewünschte Ausbaustufe deshalb gleich zu Beginn.
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