Was kostet ein Sommergarten? Preise pro m², Rechenbeispiele und Kostenfaktoren

22. Oktober 2026 8 Min. LesezeitAktualisiert 22. Oktober 2026
Kurz beantwortet

Ein Sommergarten kostet bei deutschen Anbietern als Richtwert etwa 500 bis 900 Euro pro Quadratmeter in einfacher Ausführung und 1.200 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter mit Glasschiebeelementen, jeweils komplett montiert (Stand: Oktober 2026). Für 15 m² ergibt das rund 7.500 bis 13.500 Euro in einfacher und 18.000 bis 22.500 Euro in gehobener Ausführung.

Sommergarten mit Pflanzen und Sitzplatz
Das Wichtigste in Kürze

Ein Sommergarten macht die Terrasse von Frühjahr bis Herbst wettergeschützt nutzbar. Dieser Artikel nennt die Richtwerte pro Quadratmeter, rechnet sie für typische Größen hoch und zeigt, welche Faktoren den Preis bestimmen. Alle Preise sind Richtwerte für den deutschen Markt mit Stand Oktober 2026.

Was kostet ein Sommergarten pro Quadratmeter?

Ein Sommergarten ist ein verglaster Raum aus Profilen und Glas, meist an der Hauswand, der weder gedämmt noch beheizt wird. Die Richtwerte bei deutschen Anbietern, komplett geliefert und montiert:

AusführungRichtwert pro m²
Einfache Ausführung, feste Verglasung500 bis 900 €
Mit Glasschiebeelementen, stärkerem Glas und Beleuchtung1.200 bis 1.500 €
Zum Vergleich: offene Terrassenüberdachung300 bis 900 €
Zum Vergleich: beheizter Wohnwintergarten2.500 bis 4.000 €

Die Werte beruhen auf Vergleichswerten des Bundesverbands Wintergarten und eines großen Vergleichsportals. Sie beziehen sich auf die Grundfläche und sind Richtwerte, keine Festpreise.

Rechenbeispiele nach Größe

Die folgenden Beispiele rechnen die Richtwerte auf typische Grundflächen hoch. Fundament, Strom und Beschattung sind nicht enthalten.

GrößeFlächeEinfache Ausführung (500–900 €/m²)Mit Schiebeelementen (1.200–1.500 €/m²)
4 × 3 m12 m²6.000 bis 10.800 €14.400 bis 18.000 €
5 × 3 m15 m²7.500 bis 13.500 €18.000 bis 22.500 €
5 × 4 m20 m²10.000 bis 18.000 €24.000 bis 30.000 €
6 × 4 m24 m²12.000 bis 21.600 €28.800 bis 36.000 €
6 × 5 m30 m²15.000 bis 27.000 €36.000 bis 45.000 €

Gerechnet wird Fläche mal Richtwert, zum Beispiel 15 m² × 500 € = 7.500 € und 15 m² × 900 € = 13.500 €. Den verbindlichen Preis nennt ein Betrieb erst nach dem Aufmaß.

Welche Faktoren bestimmen die Kosten?

Wo Ihr Sommergarten innerhalb der Spanne landet, hängt von wenigen großen Posten ab. Die wichtigsten acht im Überblick:

1. Die Front: fest, schiebbar oder faltbar?

Die Front ist der größte Preisfaktor. Feste Verglasung ist günstig, Glasschiebeelemente oder Falttüren kosten mehr. Dafür können Sie die Front an warmen Tagen öffnen und sitzen fast wie auf einer offenen Terrasse. Unterschiede der Systeme erklärt der Ratgeber Schiebetüren für den Wintergarten.

2. Das Dach: Glas oder Polycarbonat?

Ein Glasdach aus Verbund-Sicherheitsglas ist klarer, hält länger und ist bei Regen leiser, kostet aber mehr. Polycarbonat-Stegplatten sind leichter und günstiger. Mehr im Ratgeber Glas oder Polycarbonat.

3. Größe und Form

Mit der Fläche steigen Glas, Profile und Montagezeit. Ein einfacher Anbau mit Pultdach an einer Hauswand ist günstiger als ein Eckanbau oder ein freistehender Sommergarten, bei dem alle Seiten verglast werden.

4. Statik für Schnee und Wind

Auch ein unbeheizter Glasraum muss Schnee und Wind am Standort tragen. Die Statik legt Profilstärken und Glasdicke fest. In Regionen mit hoher Schneelast wird die Konstruktion kräftiger und damit teurer. Hintergründe im Artikel Schneelast und Windlast.

5. Untergrund und Fundament

Trägt die vorhandene Terrasse, entfällt ein neues Fundament. Sonst kommen Erdarbeiten und Fundament hinzu. Schiebeelemente brauchen außerdem einen exakt ebenen Untergrund für die Laufschienen. Mehr im Ratgeber Wintergarten-Fundament.

6. Beschattung

Unter einem Glasdach wird es im Sommer schnell heiß. Eine Beschattung ist deshalb fast immer sinnvoll, steht aber meist als eigene Position im Angebot. Welche Lösungen es gibt, zeigt der Ratgeber Wintergarten-Markise.

7. Strom und Beleuchtung

Steckdosen, Leuchten und ein Anschluss für motorische Beschattung kosten extra. Der Anschluss gehört in die Hand eines eingetragenen Elektrobetriebs.

8. Genehmigung

Ist ein Bauantrag nötig, kommen Gebühren und gegebenenfalls Kosten für Planer und Statik hinzu. Ob das so ist, hängt vom Bundesland ab – siehe unten.

Aufmaß an einem Wintergarten

Was ist im Quadratmeterpreis meist nicht enthalten?

Der Richtwert umfasst Konstruktion, Verglasung und Montage. Häufig zusätzlich berechnet werden:

  • ein neues Fundament oder das Ausgleichen der Terrasse
  • der Stromanschluss und die Elektrik im Inneren
  • Beschattung für Dach und Seiten
  • Bodenbelag, falls die Terrasse erneuert werden soll
  • Gebühren für Genehmigung und Statik
  • Entsorgung einer alten Überdachung

Fragen Sie im Angebot genau nach, welche Positionen enthalten sind. Eine Anleitung dazu bietet der Ratgeber Angebote vergleichen.

Sommergarten, Terrassendach oder Wintergarten: Was lohnt sich?

Ein Sommergarten liegt preislich zwischen der offenen Terrassenüberdachung und dem beheizten Wohnwintergarten. Welche Stufe sich lohnt, hängt davon ab, wann und wie Sie den Raum nutzen wollen.

  • Terrassenüberdachung (Richtwert 300–900 €/m²): reicht, wenn Sie vor allem im Hochsommer draußen sitzen. Mehr unter Terrassenüberdachung Kosten.
  • Sommergarten (500–1.500 €/m²): lohnt sich, wenn Sie von Frühjahr bis Herbst geschützt sitzen wollen.
  • Wohnwintergarten (2.500–4.000 €/m²): nötig, wenn der Raum ganzjährig als Wohnraum dienen soll.

Ein Kaltwintergarten ist baulich fast gleich wie ein Sommergarten, wird aber ganzjährig als Wetterschutz genutzt. Den Unterschied erklärt der Ratgeber Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten. Die Kosten aller Wintergartentypen stehen im Ratgeber Wintergarten-Kosten.

Wie kann man beim Sommergarten sparen?

Am meisten sparen Sie, wenn Sie Ausstattung und Nutzung genau aufeinander abstimmen. Diese Punkte helfen:

  • Schiebeelemente nur dort einplanen, wo Sie tatsächlich öffnen wollen, an der Wetterseite reicht feste Verglasung.
  • Eine einfache Form mit Pultdach an der Hauswand wählen.
  • Prüfen lassen, ob die vorhandene Terrasse als Untergrund trägt.
  • Beschattung gleich mitplanen, nachrüsten ist meist teurer.
  • Mehrere Angebote mit gleichen Maßen und gleicher Ausstattung einholen.

Hersteller aus dem EU-Ausland, zum Beispiel aus Polen, sind oft günstiger. Achten Sie dann besonders auf Statik für Ihren Standort, Gewährleistung in Deutschland und wer die Montage übernimmt. Ein Selbstbau spart Montagekosten, ist bei Glasdächern aber riskant, siehe Wintergarten selber bauen.

Brauche ich eine Genehmigung für den Sommergarten?

Ob ein Sommergarten genehmigt werden muss, regelt die Landesbauordnung. Für unbeheizte Wintergärten gilt zum Beispiel:

  • bis 30 m² Grundfläche verfahrensfrei in Nordrhein-Westfalen (§ 62 BauO NRW), Niedersachsen und Bremen, in Bremen nur bis 3,50 m Tiefe
  • bis 30 m² genehmigungsfrei in Hessen, mit Mitteilung an die Gemeinde und Standsicherheitsnachweis
  • bis 20 m² verfahrensfrei in Brandenburg und Thüringen
  • bis 40 m³ Rauminhalt in Baden-Württemberg, das reicht für rund 15 m²
  • immer Bauantrag in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein

Abstandsflächen und Bebauungsplan gelten auch ohne Verfahren. Alle Regeln stehen im Ratgeber Wintergarten-Baugenehmigung.

Checkliste: Sommergarten-Angebot prüfen

  • Ist der Preis pro m² und als Gesamtsumme angegeben?
  • Sind Front, Dach und Glasart genau beschrieben?
  • Ist eine Statik für Ihren Standort enthalten?
  • Sind Fundament oder Ausgleich der Terrasse enthalten oder ausgeschlossen?
  • Sind Beschattung, Strom und Beleuchtung als eigene Positionen aufgeführt?
  • Wer klärt die Genehmigung und trägt die Gebühren?
  • Welche Gewährleistung gilt, und wer ist Ansprechpartner nach der Montage?

Fachbetriebe für Sommergärten finden Sie im Verzeichnis. Oder Sie beschreiben Ihr Vorhaben über die Anfrage.

Häufige Fragen

Was kostet ein Sommergarten pro m²?

Als Richtwert für den deutschen Markt kostet ein Sommergarten etwa 500 bis 900 Euro pro Quadratmeter in einfacher Ausführung mit fester Verglasung. Mit Glasschiebeelementen, stärkerem Glas und Beleuchtung liegt er bei etwa 1.200 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter, jeweils komplett montiert.

Was kostet ein Sommergarten mit 15 qm?

Ein Sommergarten mit 15 m², zum Beispiel 5 × 3 Meter, kostet nach den Richtwerten etwa 7.500 bis 13.500 Euro in einfacher Ausführung. Mit Glasschiebeelementen und gehobener Ausstattung sind es etwa 18.000 bis 22.500 Euro. Fundament, Strom und Beschattung können hinzukommen.

Was kostet ein Sommergarten mit 20 qm?

Für 20 m², etwa 5 × 4 Meter, ergeben die Richtwerte rund 10.000 bis 18.000 Euro in einfacher Ausführung und 24.000 bis 30.000 Euro mit Glasschiebeelementen. Wo Ihr Projekt landet, hängen vor allem Front, Dach und Untergrund ab.

Ist ein Sommergarten günstiger als ein Wintergarten?

Ja, deutlich. Ein Sommergarten ist ungedämmt und unbeheizt und kommt ohne Isolierglas aus. Ein beheizter Wohnwintergarten liegt bei deutschen Anbietern als Richtwert bei etwa 2.500 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter, ein Sommergarten bei 500 bis 1.500 Euro je nach Ausstattung.

Was ist im Preis für einen Sommergarten meist nicht enthalten?

Häufig fehlen ein neues Fundament, der Stromanschluss vor Ort, die Elektrik im Inneren, eine Beschattung und Gebühren für eine Genehmigung. Lassen Sie sich im Angebot genau aufschlüsseln, welche Leistungen enthalten sind.

Brauche ich für einen Sommergarten eine Baugenehmigung?

Das hängt vom Bundesland ab. Unbeheizte Wintergärten sind zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen bis 30 m² Grundfläche verfahrensfrei, in Brandenburg und Thüringen bis 20 m². In Berlin, Hamburg und einigen weiteren Ländern ist immer ein Bauantrag nötig.

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