Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung: 7 Lösungen für Dach und Seiten
Gegen Hitze unter dem Glasdach hilft eine Aufdachmarkise am besten, weil sie die Sonne abfängt, bevor sie das Glas erreicht. Eine Unterdachmarkise ist geschützter und leichter nachzurüsten, wirkt aber vor allem gegen Blendung. Gegen tief stehende Sonne am Morgen und Abend helfen Senkrechtmarkisen oder Raffstores an den Seiten.
- Sonnenschutz wirkt gegen Hitze umso besser, je früher er die Strahlung abfängt – über dem Glasdach also besser als darunter.
- Eine Aufdachmarkise läuft in Führungsschienen über dem Glasdach und braucht einen Windwächter.
- Eine Unterdachmarkise sitzt geschützt unter dem Dach und lässt sich an vielen bestehenden Überdachungen nachrüsten.
- Ein Lamellendach ist kein Zubehör, sondern eine eigene Dachbauart, bei der die Lamellen Dach und Sonnenschutz zugleich sind.
- Senkrechtmarkisen und Raffstores schützen an den offenen Seiten vor tief stehender Sonne und Blicken, aber nicht vor Schlagregen.
- Sonnenschutzglas und milchige Platten ergänzen eine Beschattung, ersetzen sie bei voller Sonne aber nicht.
Ein Glasdach hält den Regen ab, nicht die Sonne. Dieser Artikel vergleicht sieben Lösungen für den Sonnenschutz an der Terrassenüberdachung – für das Dach und für die Seiten – und erklärt, was sich nachrüsten lässt und wovon die Kosten abhängen.
Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung im Überblick
| Lösung | Wo sie sitzt | Wirkung | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Aufdachmarkise | über dem Glasdach, in Schienen | bester Hitzeschutz | Windwächter nötig |
| Unterdachmarkise | unter dem Dach, an den Sparren | Schatten, Blendschutz | geschützt, gut nachrüstbar |
| Lamellendach | ersetzt die Eindeckung | Licht und Schatten regelbar | eigene Dachbauart, nicht nachrüstbar |
| Senkrechtmarkise / Screen | Front und Seiten | gegen tief stehende Sonne, Sichtschutz | bei Wind seitlich führen |
| Raffstore | Front und Seiten | Lamellen verstellbar, robust | tragfähige Befestigung oben |
| Sonnenschutzglas | in der Eindeckung | dämpft Wärme ohne Technik | ersetzt keine Markise |
| Milchige Platten | in der Eindeckung | dämpft Blendung | weniger Klarheit, vor dem Bau wählen |
Qualitative Einordnung, keine Messwerte. Welche Systeme für Ihre Konstruktion freigegeben sind, steht in den Unterlagen des Herstellers.
Warum braucht die Terrassenüberdachung Sonnenschutz?
Unter einem Glasdach scheint die Mittagssonne fast ungebremst auf Tisch und Stühle. Anders als im geschlossenen Wintergarten zieht die warme Luft an den offenen Seiten zwar ab, die direkte Strahlung und die Blendung bleiben aber.
Die Grundregel lautet: Sonnenschutz wirkt umso besser gegen Hitze, je früher er die Strahlung abfängt. Dazu kommt bei der Terrasse der seitliche Schutz, weil morgens und abends die Sonne unter dem Dach hindurchscheint.
1. Aufdachmarkise: über dem Glasdach
Die Aufdachmarkise ist die wirksamste Lösung gegen Hitze unter dem Glasdach. Das Tuch läuft in Führungsschienen über der Eindeckung und fängt die Strahlung ab, bevor sie das Glas erreicht.
- Glas und Luft darunter erwärmen sich deutlich weniger.
- Die Konsolen werden an den Sparren befestigt, die Konstruktion muss Gewicht und Windkräfte tragen.
- Ein Windwächter fährt das Tuch bei Böen rechtzeitig ein.
- Kassette und Schienen aus pulverbeschichtetem Aluminium halten der Witterung stand, Glasfasergewebe bleibt formstabiler als reines Polyester.
Dieselbe Technik kommt beim Wintergarten zum Einsatz. Mehr zu Stoff, Farbe und Wind steht im Ratgeber Wintergarten-Markise.
2. Unterdachmarkise: geschützt unter dem Dach
Die Unterdachmarkise sitzt unter der Eindeckung, an oder zwischen den Sparren. Dort ist sie vor Regen, Laub und Vogelkot geschützt, und Wind spielt kaum eine Rolle.
Gegen Hitze wirkt sie schwächer, weil die Strahlung schon durch das Glas gegangen ist. Unter einem offenen Terrassendach ist das weniger kritisch als im Wintergarten, weil die warme Luft seitlich abziehen kann. Für viele Terrassen ist sie deshalb ein guter Kompromiss: angenehmer Schatten, kein Blenden auf dem Tisch, wenig Pflege.
3. Lamellendach: Sonnenschutz als Dach
Beim Lamellendach ersetzen drehbare Aluminiumlamellen das Glas oder die Stegplatten. Je nach Stellung lassen sie Licht und Luft durch oder spenden Schatten, geschlossen sind sie regendicht.
Das Lamellendach ist kein Zubehör für ein bestehendes Glasdach, sondern eine eigene Dachbauart mit eigener Preislogik. Vor- und Nachteile, Schneelast und Kauffragen stehen im Ratgeber Lamellendach.
4. Senkrechtmarkise und Screen: für die offenen Seiten
Senkrechtmarkisen und Screens laufen wie ein Vorhang an der Front oder zwischen den Pfosten nach unten. Sie schützen vor tief stehender Sonne und zugleich vor Blicken.
- Je nach Gewebe bleibt ein Blick nach draußen frei.
- Seitliche Führungen verhindern, dass der Behang bei Wind flattert.
- Sie sind kein Wetterschutz gegen Schlagregen.
5. Raffstore: robust und fein regelbar
Ein Raffstore ist eine Außenjalousie mit verstellbaren Aluminiumlamellen. Sie lassen sich stufenlos kippen und dosieren Licht und Sicht genauer als ein Stoff.
Raffstores sind robuster als Markisen, brauchen oben aber eine tragfähige Befestigung, etwa am Rinnenprofil oder an einem Querträger. Wer Wind und Regen von der Seite abhalten will, braucht feste Seitenteile oder Glasschiebeelemente, siehe Terrassenüberdachung mit Seitenwand.
6. Sonnenschutzglas: Schutz in der Scheibe
Sonnenschutzglas hat einen reduzierten Energiedurchlass und hält einen Teil der Wärme ab, bevor sie unter das Dach gelangt. Es wirkt ohne Technik und ohne Bedienung.
Bei voller Mittagssonne ersetzt es keine Markise. Außerdem muss die Entscheidung vor dem Bau fallen, denn die Eindeckung lässt sich später nur durch Austausch ändern. Unterschiede der Eindeckungen erklärt der Ratgeber Glas oder Polycarbonat.
7. Milchige Platten: weiches Licht statt Blendung
Milchige Polycarbonat-Stegplatten streuen das Licht und dämpfen die Blendung. Der Platz darunter wirkt heller als im Schatten, aber weniger klar als unter Glas.
Sie eignen sich für Terrassen, die ohnehin halb im Schatten liegen. Gegen Hitze in praller Sonne reichen sie allein nicht.
Elektrisch oder manuell?
Eine kleine Unterdachmarkise lässt sich mit Kurbel bedienen, bei großen Flächen und bei der Aufdachmarkise ist ein Motor üblich. Interessant wird die Automatik:
- Sonnensensor: fährt die Beschattung bei starker Einstrahlung aus.
- Windwächter: zieht sie bei Böen ein und schützt die Mechanik.
- Regensensor: schließt beim Lamellendach die Lamellen.
Für einen Motor braucht es Strom. Wer neu baut, plant die Kabelwege gleich mit. Arbeiten an der Elektrik darf nur ein eingetragener Elektrobetrieb ausführen. Für die Nachrüstung gibt es Funk- und teilweise Solarlösungen.
Sonnenschutz nachrüsten: Worauf kommt es an?
An den meisten Terrassenüberdachungen lässt sich Sonnenschutz nachrüsten, solange die Profile eine tragfähige Befestigung hergeben. Klären Sie vorher vier Punkte:
- Welche Systeme gibt der Hersteller Ihrer Überdachung frei?
- Trägt die Konstruktion das Zusatzgewicht und bei einer Aufdachmarkise die Windkräfte?
- Passen Sparrenabstand, Dachneigung und Platz für die Schienen?
- Wo kommt der Strom für einen Motor her?
Leichte, innenliegende Lösungen sind ein realistisches Projekt für Eigenleistung. Eine Markise über dem Dach oder ein Raffstore an der Front gehört wegen Windlast, Statik und Gewährleistung in die Hand eines Fachbetriebs.
Was kostet Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung?
Für Sonnenschutz an der Terrassenüberdachung gibt es keinen seriösen Pauschalpreis. Die Kosten hängen vor allem ab von:
- der beschatteten Fläche
- der Lage: über dem Dach, darunter oder seitlich
- dem Antrieb: Kurbel, Motor oder Sensorik
- dem Tuch oder Lamellenmaterial
- ob der Sonnenschutz mit dem Dach geplant oder später nachgerüstet wird
Zur Einordnung: Die Terrassenüberdachung selbst kostet bei deutschen Anbietern als Richtwert etwa 300 bis 900 Euro pro Quadratmeter, komplett montiert (Stand: Oktober 2026, nach Vergleichswerten des Bundesverbands Wintergarten und eines großen Vergleichsportals). Sonnenschutz steht meist als eigene Position im Angebot. Rechenbeispiele finden Sie im Ratgeber Terrassenüberdachung Kosten.
Welcher Sonnenschutz passt zu Ihnen?
| Ihre Situation | Passende Lösung |
|---|---|
| Glasdach in voller Südsonne, Sie sitzen mittags draußen | Aufdachmarkise mit Windwächter |
| Bestehendes Dach, vor allem Blendung stört | Unterdachmarkise |
| Neubau, Licht und Schatten sollen flexibel sein | Lamellendach |
| Abendsonne oder Blicke von der Seite | Senkrechtmarkise, Screen oder Raffstore |
| Terrasse liegt ohnehin halb im Schatten | milchige Eindeckung oder Sonnenschutzglas |
Checkliste: Sonnenschutz richtig planen
- Wann sitzen Sie draußen, und von wo kommt die Sonne zu dieser Zeit?
- Reicht Schatten auf dem Dach, oder braucht es auch seitlichen Schutz?
- Ist der Sonnenschutz in der Statik der Überdachung berücksichtigt?
- Hat eine außenliegende Markise einen Windwächter?
- Sind Strom und Steuerung im Angebot enthalten?
- Wird der Sonnenschutz gleich mit dem Dach angeboten statt später nachgerüstet?
Fachbetriebe für Beschattung und Terrassenüberdachungen finden Sie im Verzeichnis. Oder Sie beschreiben Ihr Vorhaben über die Anfrage.
Häufige Fragen
Welcher Sonnenschutz ist der beste für eine Terrassenüberdachung aus Glas?
Gegen Hitze ist eine Aufdachmarkise über dem Glasdach am wirksamsten. Geht es vor allem um Blendung oder um Nachrüsten, ist eine Unterdachmarkise oft die einfachere Lösung. An den offenen Seiten ergänzen Senkrechtmarkisen oder Raffstores den Schutz vor tief stehender Sonne.
Ist eine Markise über oder unter dem Glasdach besser?
Gegen Hitze wirkt die Markise über dem Glasdach besser, weil sie die Strahlung vor dem Glas abfängt. Dafür ist sie Wind und Wetter ausgesetzt und braucht einen Windwächter. Die Unterdachmarkise ist geschützt, bleibt sauber und lässt sich leichter nachrüsten, wirkt aber vor allem als Blendschutz.
Kann man Sonnenschutz an einer bestehenden Terrassenüberdachung nachrüsten?
In den meisten Fällen ja, solange die Profile eine tragfähige Befestigung hergeben. Am einfachsten ist eine Unterdachmarkise. Eine Aufdachmarkise muss Windlasten aufnehmen und wird an den Sparren befestigt, das sollte ein Fachbetrieb prüfen. Ein Lamellendach lässt sich nicht nachrüsten.
Gibt es seitlichen Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung?
Ja. Senkrechtmarkisen und Screens laufen wie ein Vorhang an der Front oder an den Seiten nach unten und schützen vor tief stehender Sonne und Blicken. Robuster sind Raffstores mit verstellbaren Lamellen. Gegen Wind und Schlagregen braucht es dagegen feste Seitenwände oder Glasschiebeelemente.
Was kostet Sonnenschutz für eine Terrassenüberdachung?
Eine seriöse Pauschalzahl gibt es nicht. Der Preis hängt von Fläche, Bauart, Antrieb, Sensorik und Montage ab. Die Terrassenüberdachung selbst kostet bei deutschen Anbietern als Richtwert etwa 300 bis 900 Euro pro Quadratmeter, Sonnenschutz kommt meist als eigene Position hinzu.
Reicht milchiges Polycarbonat oder Sonnenschutzglas als Sonnenschutz?
Als Ergänzung ja, als alleiniger Schutz meist nicht. Milchige Platten streuen das Licht und dämpfen die Blendung, Sonnenschutzglas hält einen Teil der Wärme ab. Bei voller Mittagssonne ersetzen beide keine Markise. Die Entscheidung muss vor dem Bau fallen, weil sich die Eindeckung später nur durch Austausch ändern lässt.
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